Merkmale und Ansprache
Das Damwild (Dama dama) ist ein mittelgroßes Schalenwild, das sich durch zwei unverwechselbare Merkmale von den übrigen Hirscharten abhebt: das breite, handförmige Schaufelgeweih des Hirsches und das im Sommer deutlich gefleckte Haarkleid. Hirsche erreichen Lebendgewichte von 70 bis 100 kg, Tiere 40 bis 60 kg. Für die Ansprache am Stück zählen neben Körpergröße und Verhalten im Rudel vor allem die Ausformung der Schaufel, die – anders als beim Rotwild – mit dem Alter zunehmend an Breite und Randbezahnung gewinnt. Das Geweih wird jährlich neu geschoben.
Lebensraum und Verbreitung
Ursprünglich im Mittelmeerraum beheimatet, wurde Damwild in Mitteleuropa früh eingeführt und über Jahrhunderte in Parks und Gattern gehalten. Es bevorzugt lichte Mischwälder mit eingestreuten Wiesen und Lichtungen sowie Heide- und Auenlandschaften. Wildlebende Populationen sind in Deutschland vor allem in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg etabliert; daneben besteht bis heute eine große Zahl an Gehegehaltungen. Damwild ist tagaktiver und weniger störungsempfindlich als Rotwild, hält aber ebenfalls an traditionellen Einständen und Wechseln fest.
Verhalten und Fortpflanzung
Wie andere Hirscharten lebt Damwild den größten Teil des Jahres in geschlechtergetrennten Rudeln – Kahlwildrudel aus Tieren, Kälbern und Schmaltieren einerseits, Hirschrudel andererseits. Die Brunft fällt in den Oktober und November. In dieser Zeit tritt der Hirsch mit einem tiefen, rülpsend-grunzenden Ruf auf, dem sogenannten „Schrecken“, besetzt einen Brunftplatz und sammelt das Kahlwild. Die Setzzeit der Kälber liegt im Juni. Charakteristisch ist die enge Bindung an bekannte Brunftplätze, die über Generationen aufgesucht werden.
Bejagung und jagdliche Praxis
In den meisten Bundesländern ist Damwild abschussplanpflichtig; der Plan wird je Hegegemeinschaft erstellt und durch die Untere Jagdbehörde genehmigt. Der Schwerpunkt der Bejagung liegt auf Schmaltieren, Kälbern sowie Hirschen der Altersklassen II und III. Übliche Jagdarten sind der Ansitz an Äsungsflächen, Lichtungen und Wechseln, die Pirsch sowie revierübergreifend abgestimmte Bewegungsjagden zur Herbst- und Winterstrecke. Die genauen Jagd- und Schonzeiten unterscheiden sich je nach Bundesland und Altersklasse – ein Blick in die tagesaktuelle Schonzeiten-Übersicht des jeweiligen Bundeslands gehört vor jeden Ansitz.
Recht, Wildschaden und Wildbret
Als überwiegend rudelweise ziehende Art kann Damwild lokal Verbiss- und Schälschäden verursachen, weshalb die Bestandshöhe in vielen Revieren eng an die forstliche Verträglichkeit gekoppelt ist. Das Wildbret gilt als besonders feinfaserig und mild und wird häufig als Spezialität direkt vermarktet. Die Streckenmeldung an die zuständige Behörde sowie – bei Direktvermarktung – die lebensmittelrechtliche Dokumentation gehören zur ordnungsgemäßen Nachbereitung jeder Erlegung.