Merkmale und Ansprache
Der Alpensteinbock (Capra ibex) ist ein schweres, an das Hochgebirge angepasstes Hornwild. Böcke erreichen Lebendgewichte von 80 bis 100 kg und tragen einen massiven, quer gerippten Hornkranz, der über einen Meter Länge erreichen kann. Geißen bleiben deutlich kleiner und führen erkennbar kürzere, schlankere Hörner. Für die Ansprache am Stück zählen daher vor allem Körpergröße und Trägerhaltung sowie – beim Bock – Länge, Masse und Rippung des Hornkranzes, an dem sich das Alter grob abschätzen lässt.
Lebensraum und Verbreitung
Steinwild bewohnt hochalpine Felsregionen, häufig oberhalb von 2000 m. Steile, gut überschaubare Felshänge dienen als Einstand und Fluchtburg, dazwischen liegende Rasen- und Krautfluren als Äsungsflächen. Im deutschsprachigen Raum kommt der Alpensteinbock praktisch nur in der Schweiz und in Tirol vor. In Deutschland existiert keine wildlebende, jagdbar erklärte Population.
Schutzstatus und Wiederansiedlung
Der Alpensteinbock wurde im 19. Jahrhundert nahezu ausgerottet. Erst durch gezielte Wiederansiedlung – ausgehend vor allem vom Bestand im italienischen Gran Paradiso – konnte die Art in weiten Teilen der Alpen wieder etabliert werden. Diese Vorgeschichte prägt bis heute den Umgang mit dem Steinwild: Die Bestände werden eng überwacht, und die Nutzung ist strikt kontingentiert. Der Alpensteinbock ist eine trophäenstarke, zugleich sehr seltene Wildart, deren Bejagung überall dem Bestandserhalt untergeordnet bleibt.
Bejagung und rechtlicher Rahmen
Wo eine Bejagung überhaupt zulässig ist, erfolgt sie nur im Rahmen sehr kleiner Quoten. In der Schweiz richtet sie sich nach kantonalen Regelungen, in Österreich nach dem jeweiligen Landesjagdgesetz. Die Zuteilung ist streng reglementiert und an behördliche Freigaben gebunden. In Deutschland ist der Alpensteinbock mangels wildlebender, jagdbar erklärter Population jagdlich nicht von Bedeutung. Wer Steinwild bejagen will, ist auf die alpine Hochgebirgsjagd im Ausland verwiesen und muss sich zwingend nach den dort geltenden Bestimmungen richten. Jagd- und Schonzeiten sind je nach Land, Kanton beziehungsweise Bundesland unterschiedlich geregelt; vor jedem Ansitz gehört ein Blick in die tagesaktuelle Schonzeiten-Übersicht des jeweiligen Gebiets. Aufgrund der Seltenheit, der anspruchsvollen Pirsch in extrem steilem Gelände und der engen Kontingente ist die Steinwildjagd eine der exklusivsten und am strengsten regulierten Formen der Hochgebirgsjagd.