Notruf-Standorte

Forstliche Rettungspunkte

Forstliche Rettungspunkte sind nummerierte Standortmarkierungen in Wald und Forst, die im Notfall der Rettungsleitstelle eine eindeutige Ortsangabe ermöglichen. Sie sind bundesweit etabliert und werden von den Landesforstverwaltungen gepflegt.

Was ist ein Forstlicher Rettungspunkt?

Ein Forstlicher Rettungspunkt ist ein an Waldwegen aufgestelltes Schild mit einer eindeutigen Bezeichnung — z. B. HE-1234 oder BY 0815. Die Punkte sind in den Datenbanken der Rettungsleitstellen, Polizeidienststellen und der Landesforstverwaltungen mit GPS-Koordinaten hinterlegt. Wer im Notfall die Rettungsleitstelle wählt und die Bezeichnung des nächsten Rettungspunkts angibt, ermöglicht den Einsatzkräften eine punktgenaue Anfahrt — auch ohne eigene Smartphone-Lokalisierung.

Hintergrund: das Notrufproblem im Wald

Im Wald versagen klassische Ortsbeschreibungen meist: Straßennamen fehlen, Hausnummern gibt es nicht, GPS-Koordinaten müssen vorgelesen oder digital übermittelt werden — was in Stresssituationen, ohne Mobilfunk oder mit blutender Wunde kaum praktikabel ist. Hinzu kommt, dass viele Forstwege in OpenStreetMap und Navigationsgeraeten nur rudimentaer erfasst sind.

Das System der Forstlichen Rettungspunkte loest dieses Problem mit menschenlesbaren, kurzen Codes: drei bis vier Zeichen plus Nummer reichen aus, um die Rettungsleitstelle direkt an die richtige Stelle zu führen. In vielen Bundesländern sind die Punkte zusätzlich mit Reflexstreifen und QR-Codes versehen.

Bezeichnungslogik

Die Bezeichnung eines Rettungspunkts folgt einem zweiteiligen Schema:

  • Buchstabencode: Bundesland-Kürzel (HE = Hessen, BY = Bayern, NW = Nordrhein-Westfalen, RP = Rheinland-Pfalz usw.) oder ein regionaler Code des Forstamts
  • Nummer: fortlaufende Punktnummer innerhalb der Region oder des Forstamts, meist vier- bis fuenfstellig

Beispiele: HE-1234 (Hessen, Nummer 1234), NW 045 12 (Nordrhein-Westfalen, Forstbetriebsbezirk 045, Punkt 12), BY 02 0815 (Bayern, Forstbetrieb 02, Punkt 0815). Das genaue Format weicht je nach Bundesland und Forstverwaltung leicht ab.

Verwendung im Notfall

  1. Rettungsleitstelle waehlen (112).
  2. Nächsten Forstlichen Rettungspunkt nennen (Code vorlesen).
  3. Wenn möglich, am Punkt warten oder einen Begleiter dorthin schicken.
  4. Sofern nutzbar: zusätzlich GPS-Koordinaten oder What3Words als Backup übermitteln.

Für Jäger und Forstpersonal ist es Pflicht, sich vor Beginn jeder Tour die nächsten Rettungspunkte einzupraegen oder zumindest digital griffbereit zu haben.

Rettungspunkte in Waidwart

Waidwart führt eine revierbezogene Liste der nächstgelegenen Forstlichen Rettungspunkte mit Code, Koordinaten und Anfahrtshinweis — auch offline am Hochsitz. Im Notfall genügt ein Tipp, um den Rettungspunkt-Code vorzulesen oder die Koordinaten an Begleiter zu teilen.

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Quellen und Updates

Die offiziellen Daten zu Forstlichen Rettungspunkten werden von den Landesforstverwaltungen und den jeweiligen Landesfeuerwehrverbaenden gepflegt. Aktuelle Listen, Karten und GPX-Daten finden sich z. B. unter:

  • HessenForst, BayerischeStaatsforsten, Wald-und-Holz NRW, Landesforst Rheinland-Pfalz, ThueringenForst u. a. publizieren amtliche Karten.
  • Bundesweite Sammlung: Gemeinschaftsprojekt der Landesforsten unter Koordination der DLRG und der Feuerwehrverbaende.
  • Mobile Apps: Hilfe-im-Wald-Apps der einzelnen Bundesländer; Waidwart für revierbezogene Anwendung.

Wichtig: Schilder werden regelmäßig erneuert oder umgesetzt. Vor jeder Tour aktuelle Daten aus der zuständigen Quelle prüfen.

Rettungspunkte im Revier verwalten

In Waidwart pflegen Sie alle Forstlichen Rettungspunkte Ihres Reviers offline — schneller Zugriff im Notfall.

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