Symbolbild
Schalenwild

Sikawild

Cervus nippon

Aus Asien stammende Hirschart, in DACH lokal eingebürgert.

Lebensraum

Geschlossene Mischwälder, vereinzelt in Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen.

Jagdliche Bedeutung

Abschussplanpflichtig wo vorkommend. Hybridisierungsproblematik mit Rotwild — daher in vielen Revieren eher Bestandsabbau angestrebt.

Merkmale und Ansprache

Das Sikawild (Cervus nippon) ist ein aus Ostasien stammender Hirsch, der im 19. Jahrhundert in europäische Gatter eingeführt wurde und aus einzelnen dieser Haltungen verwilderte. In der Statur steht es zwischen Reh- und Rotwild: Hirsche wiegen 50 bis 70 kg, Tiere 30 bis 45 kg. Kennzeichnend sind das im Sommer meist deutlich gefleckte Haarkleid, ein dunkler Aalstrich und der auffällige, weiß umrandete Spiegel. Der Hirsch trägt ein im Vergleich zum Rothirsch schlankeres, meist vier- bis achtendiges Geweih. Für die Ansprache am Stück zählen Körpergröße, Färbung, Spiegelzeichnung und – beim Hirsch – die Geweihform.

Lebensraum und Verbreitung

Sikawild bevorzugt geschlossene Mischwälder mit dichtem Unterwuchs, der ihm Deckung und Äsung bietet. Wildlebende Bestände existieren in Deutschland nur in wenigen Regionen – Schwerpunkte liegen in Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen. Außerhalb dieser Vorkommen ist die Art überwiegend in Gehegen anzutreffen. Als eingebürgerter Neozoon ist das Sikawild damit weit weniger flächig verbreitet als das heimische Rot- oder Rehwild.

Verhalten und Fortpflanzung

Sikawild ist ausgesprochen heimlich und standorttreu; tagsüber hält es sich gern in dichten Einständen verborgen. Die Brunft fällt in den Oktober und ist am charakteristischen pfeifenden Brunftruf des Hirsches gut zu erkennen. Die Setzzeit der Kälber liegt im Mai und Juni. In dieser heimlichen Lebensweise und der guten Deckungsnutzung liegt eine der jagdlichen Herausforderungen dieser Art.

Bejagung und Hybridisierungsproblematik

Wo Sikawild vorkommt, ist es abschussplanpflichtig. Jagdlich steht dabei eine Besonderheit im Vordergrund: Sikawild bildet mit Rotwild fertile Hybriden. Um die genetische Reinheit der heimischen Rotwildpopulation zu sichern, wird in vielen Revieren mit Sikavorkommen daher ein konsequenter Bestandsabbau bis hin zum vollständigen Abschuss angestrebt. Als Jagdarten kommen vor allem der Ansitz an Einständen und Wechseln sowie die Pirsch in Betracht; die heimliche Lebensweise verlangt dabei genaue Revierkenntnis. Der Abschussplan wird je Hegegemeinschaft aufgestellt und durch die Untere Jagdbehörde genehmigt.

Recht, Schonzeit und Wildbret

Die konkreten Jagd- und Schonzeiten für Sikawild unterscheiden sich je nach Bundesland und Altersklasse – ein Blick in die tagesaktuelle Schonzeiten-Übersicht des jeweiligen Bundeslands gehört vor jeden Ansitz. Das Wildbret ist feinfaserig und hochwertig und lässt sich gut verwerten oder vermarkten. Zur ordnungsgemäßen Nachbereitung jeder Erlegung gehören die Streckenmeldung an die zuständige Behörde sowie – bei Direktvermarktung – die lebensmittelrechtliche Dokumentation.

Letzte Aktualisierung: · Quelle: Waidwart-Redaktion

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