Symbolbild
Trichinenpflichtig

Dachs

Meles meles

Schweres Raubwild der Familie der Marder, lebt in größeren Bauen.

Lebensraum

Mischwald mit Böschungen und sandig-lehmigen Böden für Bauanlage. Bodenständig.

Jagdliche Bedeutung

Bejagung mit Erdhunden (Bauenjagd). Schonzeit meistens 1.7. bis 31.7. (Aufzucht). Wildbret mit speziellem Geschmack, Pelznutzung historisch.

Merkmale und Ansprache

Der Europäische Dachs (Meles meles) ist mit einem Lebendgewicht von 8 bis 15 kg das schwerste mitteleuropäische Raubwild aus der Familie der Marder. Sein gedrungener, keilförmiger Körper, die kurzen, kräftigen Grabbeine und die markante schwarz-weiße Kopfzeichnung machen ihn unverwechselbar. Zum Winter hin legt der Dachs eine dicke Fettreserve an und hält bei anhaltender Kälte eine Winterruhe, aus der er in milden Phasen jedoch immer wieder erwacht. Für die Ansprache am Bau zählen vor allem Größe, Gangbild und die typische Zeichnung – Geschlechter sind im Feld nur schwer zu unterscheiden.

Lebensraum und Lebensweise

Der Dachs ist eine ausgesprochen bodenständige Art. Er bevorzugt Mischwald mit Böschungen und sandig-lehmigen Böden, in die er seinen Bau anlegen kann. Dachse leben in Familienverbänden in tief verzweigten Bauanlagen, die oft über viele Generationen hinweg genutzt und stetig erweitert werden. Solche Dachsbaue können beträchtliche Ausmaße erreichen und werden nicht selten auch von Fuchs und anderen Arten mitgenutzt. Als Allesfresser ist der Dachs wenig wählerisch: Regenwürmer, Insekten, Fallobst und Kleinsäuger bilden die Hauptnahrung, ergänzt um Wurzeln, Gelege und Aas je nach Angebot.

Verhalten und Fortpflanzung

Dachse sind überwiegend nacht- und dämmerungsaktiv und verlassen den Bau erst mit einbrechender Dunkelheit zur Nahrungssuche. Innerhalb des Familienverbandes bewegen sie sich auf ausgeprägten, über lange Zeit gleichbleibenden Wechseln, die für die jagdliche Ansprache wertvoll sind. Die Jungen – die Welpen – werden im Bau geboren und über Wochen von der Fähe geführt; die sommerliche Aufzucht bestimmt den zeitlichen Rahmen für die Schonung der Art.

Bejagung und jagdliche Praxis

Die Bejagung des Dachses erfolgt traditionell als Bauenjagd mit Erdhunden wie Dackel oder Jagdterrier, die den Dachs im Bau stellen oder sprengen. Daneben ist der Ansitz an den regelmäßig genutzten Wechseln und an der Kirrung eine bewährte, schonende Jagdart, insbesondere in der dunklen Jahreszeit. Da der Dachs innerhalb der Aufzuchtzeit im Sommer geschont wird, ist die zeitliche Steuerung der Jagd entscheidend. Die genauen Jagd- und Schonzeiten unterscheiden sich je Bundesland – ein Blick in die tagesaktuelle Schonzeiten-Übersicht des jeweiligen Bundeslands gehört vor jeden Ansitz.

Wildbret, Nutzung und Recht

Das Wildbret des Dachses hat einen eigenständigen, kräftigen Geschmack und wird traditionell verwertet; historisch war zudem die Pelznutzung von Bedeutung, ebenso die Verwendung des Dachsfetts. Als bejagbares Raubwild unterliegt der Dachs den allgemeinen Pflichten der Streckenführung und -meldung. Bei jeder Erlegung gehören die ordnungsgemäße Dokumentation und – im Fall der Verwertung – die Beachtung der lebensmittel- und hygienerechtlichen Vorgaben zur waidgerechten Nachbereitung.

Letzte Aktualisierung: · Quelle: Waidwart-Redaktion

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