Symbolbild

Wildkaninchen

Oryctolagus cuniculus

Kleines, gesellig in Bauen lebendes Niederwild, lokal stark dezimierter Bestand.

Lebensraum

Sandige Böden mit Deckung — Böschungen, Knicks, Heideränder, Stadtparks. Vor allem Norddeutschland und Niederrhein.

Jagdliche Bedeutung

Bejagung überwiegend mit Frettchen, Falle oder Bauenjagd mit Erdhunden. RHD-2 hat lokale Bestände stark reduziert.

Merkmale und Ansprache

Das Wildkaninchen (Oryctolagus cuniculus) ist deutlich kleiner und gedrungener als der Feldhase. Adulte Tiere wiegen 1,5 bis 2,5 kg. Kennzeichnend sind die im Verhältnis zum Hasen kürzeren Löffel und Läufe sowie die geringere Fluchtdistanz zum schützenden Bau. Zur sicheren Ansprache im Revier hilft neben der Körpergröße vor allem das Verhalten: Wildkaninchen leben gesellig und halten sich meist in unmittelbarer Bau-Nähe auf, während der Feldhase als Einzelgänger die offene Feldflur nutzt.

Lebensraum und Verbreitung

Das Wildkaninchen bevorzugt sandige, gut grabbare Böden mit ausreichend Deckung – Böschungen, Knicks, Heideränder und zunehmend auch Stadtparks und Siedlungsränder. Es lebt in Familienverbänden in weit verzweigten, unterirdischen Bauen. Die besten Bestände in Deutschland finden sich in Niedersachsen, in Nordrhein-Westfalen am Niederrhein sowie in einigen norddeutschen Heidegebieten. Der Verbreitungsschwerpunkt liegt damit klar in Nord- und Nordwestdeutschland.

Lebensweise und Bestandsentwicklung

Als gesellige Art gräbt das Wildkaninchen ausgedehnte Bausysteme, in denen mehrere Familienverbände zusammenleben. Die Art gilt biologisch als ausgesprochen vermehrungsfreudig. Dennoch sind viele Bestände lokal stark dezimiert: Wesentlicher Treiber ist die Rabbit Haemorrhagic Disease – insbesondere die Variante RHD-2, die seit 2010 zu erheblichen Bestandseinbrüchen geführt hat. Neben dieser Krankheit setzen auch Prädation und Lebensraumverlust den Vorkommen zu, sodass die Bestandsdichte regional sehr unterschiedlich ausfällt.

Bejagung und jagdliche Praxis

Die Bejagung des Wildkaninchens ist eng an seine Lebensweise am Bau gebunden. Klassische Verfahren sind die Bauenjagd mit Erdhunden, das Frettieren, die Lockjagd sowie in geeigneten Revieren gelegentlich die Treibjagd; auch die Fallenjagd kommt zum Einsatz. Wegen der lokal stark schwankenden und vielerorts eingebrochenen Bestände ist eine zurückhaltende, an die tatsächliche Bestandslage angepasste Bejagung waidmännisch geboten. Wo die Art dagegen in Siedlungsnähe hohe Dichten erreicht und Fraß- oder Grabschäden verursacht, kann die Bejagung der Schadensabwehr dienen.

Recht, Schonzeit und Wildbret

Das Wildkaninchen zählt zum Niederwild und unterliegt dem Jagdrecht. Die konkreten Jagd- und Schonzeiten unterscheiden sich je nach Bundesland – ein Blick in die tagesaktuelle Schonzeiten-Übersicht des jeweiligen Bundeslands gehört vor jeden Ansitz und jede Bauenjagd. Das Wildbret ist feinfaserig und wohlschmeckend. Bei der Verwertung ist zu beachten, dass erkrankte oder auffällige Stücke nicht in die Lebensmittelkette gelangen dürfen; die ordnungsgemäße Streckenmeldung an die zuständige Behörde gehört zur Nachbereitung jeder Erlegung.

Letzte Aktualisierung: · Quelle: Waidwart-Redaktion

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