Erreger
Rabbit Hämorrhagic Disease Virus (RHDV-1, RHDV-2), Lagovirus, Familie Caliciviridae
Übertragungsweg
Direktkontakt, Kadaver, Kot/Urin, kontaminierte Äsung, Insektenvektoren, Greife, Aas-Krähen. Hohe Umweltpersistenz (Monate).
Symptome
Perakuter Verlauf, Tod in 6 bis 24 Stunden. Blutiger Schaum aus Maul/Nase, Apathie, Krampfanfälle. Aufbruch: Lebernekrosen, Splenomegalie, Lungen-/Tracheablutungen.
Behandlung und Bekaempfung
Beim Wild keine Therapie. Hauskaninchen über RHDV-1+2-Kombinationsimpfung schützbar.
Bedeutung für die Jagd
Wesentlicher Mortalitätsfaktor im Wildkaninchenbesatz mit Folgen für Niederwildhege und Greifvogelnahrungskette. Bei gehäuften Fällen Veterinärbehörde melden, auffällige Stücke nicht verwerten.
Hintergrund
Die Rabbit Hämorrhagic Disease (RHD, "China-Seuche") ist eine virale, hochkontagiöse Erkrankung des Wildkaninchens und des Hauskaninchens, verursacht durch ein Lagovirus (RHDV) aus der Familie Caliciviridae. Seit dem Auftreten der RHDV-2-Variante (2010 in Frankreich erstbeschrieben) sind die Bestandsverluste in den europäischen Wildkaninchenpopulationen erheblich; in einzelnen Revieren wurde der Bestand auf wenige Restpaare reduziert.
Die Übertragung erfolgt direkt durch Kontakt sowie indirekt über Kadaver, Kot, Urin, kontaminierte Äsungspflanzen, Insektenvektoren (Fliegen, Stechmücken), Greifvögel und Aas-Krähen. Das Virus ist extrem umweltstabil und überlebt mehrere Monate in Kadavern und im Bauten-Mikroklima.
Klinisch verläuft RHD perakut mit Tod innerhalb von 6 bis 24 Stunden nach Symptombeginn. Auffällige Symptome sind blutiger Schaum aus Maul und Nase, Apathie, Krampfanfälle. Bei Aufbruch finden sich massive Leberveränderungen (Nekrosen), Splenomegalie und ausgeprägte Blutungen in Lunge, Trachea und Nieren. Bei der RHDV-2-Variante sind auch jungere Tiere ab 4 Wochen betroffen, anders als bei der ursprunglichen RHDV-1-Variante.
Für den Jäger ist RHD nicht anzeigepflichtig im Wildbestand, jedoch sollte ein Verdacht der Veterinärbehörde gemeldet werden. Im Wildkaninchenbesatz hat RHD weitreichende Folgen für Niederwildhege, Greifvogelnahrungskette und Lebensraummanagement. Verwertung erlegter Tiere aus akuten Ausbruchsbeständen ist mit auffälligen Befunden nicht zulässig; Hauskaninchenbestände können über RHDV-1+2-Kombinationsimpfung wirksam geschützt werden.
Quellenhinweis: Stand April 2026; Angaben auf Grundlage von FLI, BMEL und OIE/WOAH. Bitte aktuelle bundeslandspezifische Bestimmungen prüfen.