Merkmale und Ansprache
Das Alpenmurmeltier (Marmota marmota) ist das schwerste heimische Nagetier des Hochgebirges und erreicht ein Gewicht von bis zu 7 kg. Sein gedrungener Körper, die kurzen, kräftigen Grabbeine und der buschige Schwanz sind an das Leben im alpinen Erdbau angepasst. Im Verlauf des Sommers legt das Tier eine dicke Fettschicht als Winterspeck an – für die Ansprache am Bau bedeutet das, dass die Stücke im Frühsommer noch schlank, im Spätsommer und Frühherbst dagegen deutlich rund und schwer wirken. Verräterisch ist vor allem der weithin hörbare, pfeifende Warnruf, mit dem Kolonietiere bei Störung reagieren.
Lebensraum und Verbreitung
Das Murmeltier bewohnt die alpinen Matten oberhalb der Baumgrenze. Hier legt es in geeigneten, gut grabbaren Böden tiefe Erdbaue an, die der Familienkolonie als Wohn-, Zuflucht- und Winterschlafbau dienen. Innerhalb des deutschsprachigen Alpenraums wird das Murmeltier vor allem in Bayern, Österreich und der Schweiz bejagt; in Deutschland beschränkt sich das Vorkommen auf die Bayerischen Alpen. Als ausgesprochene Hochgebirgsart ist es an offene, sonnenexponierte Hanglagen mit kurzer Vegetation gebunden.
Lebensweise und Winterschlaf
Murmeltiere leben gesellig in Familienkolonien und teilen sich ein weit verzweigtes Bausystem. Sie sind tagaktiv und stehen unter ständiger gegenseitiger Sicherung – der pfeifende Warnruf eines einzelnen Tieres schickt die gesamte Kolonie in die Baue. Das prägendste Merkmal ihrer Lebensweise ist der lange Winterschlaf: Von etwa Oktober bis April ziehen sich die Tiere in ihre Baue zurück und zehren von dem im Sommer angelegten Fettvorrat. Diese Ruhephase bestimmt den jagdlich nutzbaren Zeitraum maßgeblich, denn oberirdisch angetroffen werden Murmeltiere nur im Sommerhalbjahr.
Bejagung und jagdliche Praxis
Wo eine Bejagung zulässig ist, erfolgt sie im Sommer und Frühherbst, wenn die Tiere oberirdisch aktiv sind und der Winterspeck bereits angesetzt ist. Traditionell dient die Nutzung der Gewinnung von Murmeltierfett (Murmeltieröl) sowie der Verwertung von Fell und Trophäe – jagdlich als Krickel angesprochen. Die klassische Jagdart ist der Ansitz beziehungsweise die Pirsch am Bau in steilem, unübersichtlichem Hochgebirgsgelände, das körperlich fordert und eine sichere, überlegte Schussabgabe verlangt.
Recht, Schonzeit und Nutzung
Das Murmeltier unterliegt in Deutschland sehr restriktiven Schonzeiten; die Bejagung ist eng begrenzt und in Bayern wie in Österreich streng geregelt. Ob, wann und in welchem Umfang eine Bejagung überhaupt möglich ist, hängt vom jeweiligen Landesrecht ab und kann je nach Bundesland beziehungsweise Land unterschiedlich ausfallen – ein Blick in die tagesaktuelle Schonzeiten-Übersicht des zuständigen Bundeslands ist hier vor jeder Jagd unerlässlich. Die anschließende Nutzung von Fett, Fell und Trophäe folgt der jeweils gültigen jagdrechtlichen und behördlichen Vorgabe.