Symbolbild

Steinhuhn

Alectoris graeca

Alpine Hühnerart, in DACH nur in den Alpen.

Lebensraum

Alpine Felshänge, Latschenfelder, Almen.

Jagdliche Bedeutung

Sehr restriktive Bejagung in BY, AT, CH.

Merkmale und Ansprache

Das Steinhuhn (Alectoris graeca) ist ein bodenlebender Hühnervogel aus der Verwandtschaft der Rothühner und die einzige in den deutschen Alpen heimische Art dieser Gattung. Es ist ein Standvogel des Hochgebirges, der sich überwiegend laufend fortbewegt und nur bei Störung mit kräftigem Flügelschlag hangabwärts abstreicht. Für die jagdliche Ansprache im Gelände zählt weniger das einzelne Stück als die Zuordnung zum Lebensraum: Wer Steinhühner anspricht, tut dies nahezu ausschließlich in der offenen alpinen Zone – eine Verwechslung mit anderem Federwild ist hier kaum zu erwarten.

Lebensraum und Verbreitung

Das Steinhuhn ist eine Charakterart der mediterranen Hochgebirge und erreicht in den Alpen die nördliche Grenze seines geschlossenen Verbreitungsgebiets. In Deutschland kommt es ausschließlich in den Bayerischen Alpen vor. Es besiedelt sonnenexponierte, steinige Hänge: alpine Felshänge mit lückiger Vegetation, Latschenfelder und beweidete Almen. Charakteristisch ist die Bindung an trockene, warme und schneearme Lagen, die Deckung, Äsung und Sichtsicherheit zugleich bieten. Diese enge Lebensraumbindung macht die Art zu einem ausgesprochenen Spezialisten – und zu einer Randerscheinung des deutschen Jagdgebiets, deren Vorkommen naturgemäß kleinräumig und stark schwankend ist.

Verhalten und Bestand

Steinhühner leben außerhalb der Brutzeit in Familienverbänden und kleinen Ketten, die sich im Winter in tiefer gelegene, schneearme Hangbereiche verschieben können. Als Bodenbrüter und Bewohner der Hochlagen reagiert die Art empfindlich auf Störung, harte Winter und die zunehmende Veränderung ihres alpinen Lebensraums. Die Bestände sind von Natur aus dünn und unterliegen deutlichen jährlichen Schwankungen; Randpopulationen an der Verbreitungsgrenze wie die bayerische sind entsprechend anfällig. Für die jagdliche Praxis bedeutet das: Der Zustand des lokalen Vorkommens ist vor jeder Nutzungsüberlegung sorgfältig einzuschätzen.

Schutzstatus, Hege und Bejagung

In seinem gesamten Vorkommensgebiet – in Bayern ebenso wie in Österreich und der Schweiz – wird das Steinhuhn nur sehr restriktiv bejagt. Wo überhaupt eine Nutzung stattfindet, steht sie unter dem Vorbehalt eines tragfähigen Bestandes und dient nicht der Regulierung, sondern allenfalls einer maßvollen, nachhaltigen Entnahme. Im Vordergrund stehen daher Hege und Lebensraumschutz: die Erhaltung offener, extensiv genutzter Almflächen, die Vermeidung von Störung in den Einstands- und Brutlagen sowie die Rücksicht auf die winterlichen Rückzugsräume. Ob, wann und in welchem Umfang eine Bejagung zulässig ist, richtet sich nach dem jeweiligen Landesrecht und ist regional sehr unterschiedlich geregelt. Verbindlich sind allein die tagesaktuellen Vorgaben des zuständigen Bundeslands – ein Blick in die aktuelle Schonzeiten-Übersicht gehört bei dieser sensiblen Art zwingend an den Anfang jeder Planung.

Letzte Aktualisierung: · Quelle: Waidwart-Redaktion

Weitere Federwild-Arten

← Alle Wildarten