Symbolbild

Ringeltaube

Columba palumbus

Häufige Wildtaube, klassisches Federwild der Saatzeitenjagd.

Lebensraum

Mischwald, Parks, Äcker, Stadtgebiet.

Jagdliche Bedeutung

Wichtige Bejagung während Saatzeit (Mais, Erbsen) zur Schadensbegrenzung. Lockjagd häufig.

Merkmale und Ansprache

Die Ringeltaube (Columba palumbus) ist mit einem Gewicht von 450 bis 550 g die größte in Mitteleuropa heimische Wildtaube. Sie ist deutlich kräftiger als Straßen- oder Türkentaube und im Flug an ihrer wuchtigen Gestalt, den breiten Flügeln mit weißen Querbinden und dem lauten Flügelklatschen beim Abstreichen gut anzusprechen. Kennzeichnend sind die weißen Halsflecken der Altvögel sowie der breite helle Flügelstreif, der im Flug sicher von anderen Tauben unterscheidet. Für den Jäger ist die zuverlässige Ansprache wichtig, um Verwechslungen mit ganzjährig geschonten Arten wie der Türkentaube zu vermeiden.

Lebensraum und Verbreitung

Die Ringeltaube besiedelt ein breites Lebensraumspektrum: Mischwälder, Feldgehölze, Parks und zunehmend auch das Stadtgebiet, wo sie sich als Kulturfolger eingerichtet hat. Ihre eigentliche Bedeutung für den Jäger entfaltet sie jedoch an den landwirtschaftlichen Flächen, auf denen sie zur Äsung einfällt. Die Bestände sind seit Jahrzehnten stabil bis zunehmend – anders als bei vielen anderen Federwildarten besteht kein Bestandsproblem, sondern regional eher ein Nutzungs- und Schadensthema.

Bedeutung für die Landwirtschaft

Ringeltauben fallen in großen Schwärmen auf Äcker ein und können zur Saatzeit erhebliche Fraßschäden anrichten. Besonders betroffen sind frisch eingebrachte Saaten wie Mais und Erbsen, an denen die Vögel Keimlinge und ausgelegtes Saatgut aufnehmen; im Herbst nutzen sie darüber hinaus die Eichen- und Buchenmast. Die Bejagung erfüllt hier eine wichtige Funktion zur Schadensbegrenzung in der Landwirtschaft und wird häufig auf Wunsch der bewirtschaftenden Landwirte ausgeübt.

Bejagung und jagdliche Praxis

Klassische Jagdart ist die Lockjagd im Sommer während der Saatzeit: Von einem gut getarnten Schirm aus wird über Lockbilder – Attrappen auf dem Acker – anstreichenden Tauben nachgestellt. Im Herbst bewährt sich der Ansitz an der Eichen-Mast, an der sich die Vögel zur Äsung sammeln. Daneben tritt die Ringeltaube als Federwild auf der Treibjagd auf. Bei jeder Flugwildbejagung gehört die Wahl geeigneter, in vielen Ländern und Situationen bleifreier Schrotmunition zur waidgerechten Praxis, ebenso die sichere Ansprache vor dem Schuss.

Recht und Schonzeit

Die Ringeltaube gehört zum jagdbaren Federwild, doch Jagd- und Schonzeiten sind je nach Bundesland unterschiedlich geregelt; teils bestehen zusätzliche Vorgaben zur Bejagung während der Brut- und Setzzeit oder zum Schutz benachbarter, geschonter Taubenarten. Vor jedem Ansitz gehört daher ein Blick in die tagesaktuelle Schonzeiten-Übersicht des jeweiligen Bundeslands. Das Wildbret der Ringeltaube ist wohlschmeckend und wird als Brust- oder Ganzstück verwertet; die erlegte Strecke ist im Revierbuch zu dokumentieren.

Letzte Aktualisierung: · Quelle: Waidwart-Redaktion

Weitere Federwild-Arten

← Alle Wildarten