Merkmale und Ansprache
Die Rabenkrähe (Corvus corone) ist ein durchgehend schwarz gefärbter Rabenvogel mit metallisch glänzendem Gefieder, kräftigem Schnabel und aufmerksamem, äußerst lernfähigem Wesen. Für die Ansprache am Stück ist vor allem die Abgrenzung zu ähnlichen Arten entscheidend: gegenüber der ebenfalls schwarzen Saatkrähe und der zweifarbigen Nebelkrähe sowie gegenüber ganzjährig geschützten Rabenvögeln. Wer am Lockplatz ansitzt, sollte das anfliegende Stück sicher ansprechen können, bevor der Schuss fällt.
Lebensraum und Verbreitung
Die Rabenkrähe ist ein ausgesprochener Kulturfolger und praktisch überall anzutreffen — im Wald, in der offenen Feldflur ebenso wie im besiedelten Raum bis in die Innenstädte. Diese Anpassungsfähigkeit, verbunden mit einem breiten Nahrungsspektrum, hat ihr in weiten Teilen Mitteleuropas hohe und vielerorts zunehmende Bestände beschert. Sie besetzt Reviere in der Brutzeit, bildet außerhalb davon aber auch größere Ansammlungen und gemeinschaftliche Schlafplätze.
Bedeutung als Prädator
Jagdlich bedeutsam ist die Rabenkrähe vor allem als Prädator: Sie zählt zu den wichtigen Gelegeprädatoren und macht Bodenbrütern sowie dem Niederwild zu schaffen. In Revieren mit empfindlichen Bodenbrüter-Beständen — etwa bei Kiebitz, Rebhuhn oder Fasan — ist die Regulierung der Rabenkrähe daher ein Baustein des praktischen Artenschutzes. Als Allesfresser nutzt sie Gelege und Jungtiere ebenso wie Aas, Sämereien und Abfälle, was ihr in der Kulturlandschaft einen dauerhaften Vorteil verschafft.
Bejagung und jagdliche Praxis
In vielen Bundesländern wird die Rabenkrähe als bejagbares Federwild geführt, in der Regel mit langer, teils ganzjähriger Jagdzeit. Die verbreitetste Jagdart ist die Lockjagd: aus gut getarntem Schirm über einem Lockbild, häufig ergänzt durch einen Uhu-Nachbau (den „Hut“) als Reizfigur und durch das Verhören und Nachahmen des Krähen-„Krawallers“, um die territorialen und neugierigen Vögel heranzuholen. Daneben wird gelegentlich am Aas oder am Saatfeld angesessen. Weil Rabenvögel rasch lernen, sind Tarnung, Windrichtung und ein sauber gestelltes Lockbild entscheidend für den Erfolg.
Recht und Schonzeit
Der jagdrechtliche Status der Rabenkrähe ist uneinheitlich: Ob sie überhaupt dem Jagdrecht unterliegt, und zu welchen Zeiten sie bejagt werden darf, unterscheidet sich erheblich zwischen den Bundesländern — teils gilt eine lange oder ganzjährige Jagdzeit, teils bestehen enge Vorgaben oder Ausnahmeregelungen. Vor jedem Ansitz gehört daher ein Blick in die tagesaktuelle Schonzeiten-Übersicht des jeweiligen Bundeslands. Ebenso ist die sichere Unterscheidung von ganzjährig geschützten Rabenvogelarten Voraussetzung für eine waidgerechte und rechtssichere Bejagung.