Symbolbild

Krickente

Anas crecca

Kleinste mitteleuropäische Wildente, sehr wendiger Flieger.

Lebensraum

Flache, vegetationsreiche Gewässer, Auen.

Jagdliche Bedeutung

In einigen BL bejagbar, anderswo geschont. Sehr anspruchsvolles Federwild.

Merkmale und Ansprache

Die Krickente (Anas crecca) ist mit einem Gewicht von 250 bis 400 g die kleinste in Mitteleuropa heimische Wildente. Ihr gedrungener Körper, der kurze Hals und der auffallend schnelle, wendige Flug unterscheiden sie deutlich von größeren Schwimmenten wie der Stockente. Der Erpel trägt im Prachtkleid einen kastanienbraunen Kopf mit einem grün umrandeten Augenstreif, die Ente ist unauffällig braun gescheckt. Charakteristisch für beide Geschlechter ist der grün und schwarz gefärbte Flügelspiegel. Für die waidgerechte Ansprache am Wasser zählen Größe, Flugbild und – bei ausreichendem Licht – die Kopf- und Spiegelzeichnung.

Lebensraum und Verbreitung

Die Krickente besiedelt flache, vegetationsreiche Gewässer, Verlandungszonen und Auenlandschaften. Sie bevorzugt seichte, deckungsreiche Ufer, an denen sie im Flachwasser gründelt und nach pflanzlicher wie tierischer Nahrung sucht. Als Zugvogel tritt sie in Mitteleuropa vor allem während des Herbstzuges in größeren Zahlen auf, wenn nordische Brutbestände durchziehen und an geeigneten Rast- und Nahrungsgewässern einfallen. Ihr Vorkommen ist damit stark von intakten Feuchtgebieten und störungsarmen Rastplätzen abhängig.

Verhalten und Zug

Krickenten sind gesellig und finden sich außerhalb der Brutzeit zu teils großen Trupps zusammen. Sie sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv und wechseln zwischen Ruhegewässern und Nahrungsflächen. Der Herbstzug bildet den jagdlich bedeutsamsten Zeitraum; die Art gilt als sehr wendiges, anspruchsvolles Federwild, dessen blitzschnelle, oft ruckartig wechselnde Flugmanöver hohe Anforderungen an die Ansprache und den sicheren Schuss stellen.

Bejagung und jagdliche Praxis

Die Krickente wird an geeigneten Gewässern vom Ansitz aus bejagt, meist während der Dämmerung, wenn die Enten zu den Nahrungsflächen streichen. Der kleine, extrem wendige Vogel verlangt eine ruhige, sichere Ansprache, um Verwechslungen mit ganzjährig geschonten oder nicht jagdbaren Arten auszuschließen. Bei der Wasserjagd ist der Einsatz bleifreier Schrotmunition über und an Gewässern in vielen Bundesländern vorgeschrieben und gilt darüber hinaus als waidgerechter Standard zum Schutz der Feuchtgebiete. Eine sorgfältige Nachsuche mit brauchbarem Hund gehört zur ordnungsgemäßen Wasserjagd, um jedes erlegte oder krankgeschossene Stück zu bergen.

Recht, Schonzeit und Wildbret

Der jagdrechtliche Status der Krickente ist bundeslandabhängig: In einigen Bundeslädern – etwa Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern – ist sie mit einer kurzen Jagdzeit bejagbar, in anderen ist sie ganzjährig geschont. Vor jedem Ansitz gehört daher ein Blick in die tagesaktuelle Schonzeiten-Übersicht des jeweiligen Bundeslands, da sich Jagd- und Schonzeiten sowie der Schutzstatus regional deutlich unterscheiden. Das Wildbret der Krickente ist wohlschmeckend, fällt aufgrund der geringen Körpergröße jedoch nur in kleiner Menge an. Die Streckenmeldung an die zuständige Behörde und – bei Abgabe oder Direktvermarktung – die lebensmittelrechtliche Dokumentation gehören zur ordnungsgemäßen Nachbereitung.

Letzte Aktualisierung: · Quelle: Waidwart-Redaktion

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