- Wildarten
- Hase, Fasan, Stockente, Fuchs
- Saison
- Oktober bis Januar – klassische Niederwildsaison.
- Ausruestung & Praxistipp
- Bockflinte oder halbautomatische Selbstladeflinte 12/70, Schrot 3,0–3,5 mm, Signalweste, robuste Schuhe, Patronentasche.
Die Treibjagd ist die klassische Form der Niederwildjagd in offenen Feldrevieren. Eine Treiberkette – häufig 10 bis 30 Personen – schiebt Hase, Fasan und Ente in eine festgelegte Richtung, wo eine Schützenkette mit Flinten den Schuss abgibt. Treibjagden sind streng reglementiert, sicherheitskritisch und benötigen erfahrene Jagdleiter mit detailliertem Reviergebietsplan.
Sicherheit und Schussregeln
Schüsse vor dem Treiben (im Anlauf) und nach dem Treiben (durchgegangenes Wild) sind grundsätzlich verboten – Wild darf nur erlegt werden, wenn es das Treiben überschritten hat. Schüsse unterhalb der Hüftlinie sind tabu, ebenso Querschüsse zwischen Schützen. Signalfarben (Orange) sind Pflicht. Ein Sicherheitsabstand zur Treiberkette von mindestens 50 Metern muss gewahrt sein.
Niederwildmanagement
Treibjagden sind nicht nur Tradition, sondern wichtiges Werkzeug der Niederwildhege. Strecken werden vollständig zur Bestandsbeurteilung und zur Berechnung der Eingriffsstärke für das Folgejahr ausgewertet. Die digitale Streckenliste – mit Wildart, Geschlecht, Schätzgewicht – ist Pflicht und wird beim Streckelegen auch für die Trichinenprobe (bei Schwarzwild) und die Wildbretvermarktung verwendet.
Rückläufige Bedeutung
Niederwildbestände sind in den letzten 30 Jahren stark zurückgegangen. In vielen Revieren werden Treibjagden deshalb nur noch alle paar Jahre oder gar nicht mehr durchgeführt. Ihre Bedeutung als kulturelles Erbe der Jägerschaft bleibt jedoch ungebrochen.