Jagdart

Ansitzjagd

Ruhige Einzeljagd vom Hochsitz oder Bodensitz – die mit Abstand häufigste Methode der deutschen Reviere.

Wildarten
Reh, Rotwild, Schwarzwild, Damwild, Muffel
Saison
Ganzjährig während der Jagdzeit der jeweiligen Wildart.
Ausruestung & Praxistipp
Hochwertiges Glas (8x56 oder 10x42), Zielstock für Sitzanschlag, Sitzkissen, gedämpfte Bekleidung. Ein Wärmebildgerät zum Aufhellen der Dämmerung ist heute Standard – Nachtsicht-Vorsatzgeräte dagegen sind nur für Schwarzwild zugelassen, Bundeslandregelung beachten.

Die Ansitzjagd ist die im deutschsprachigen Raum mit Abstand am häufigsten ausgeuebte Form der Einzeljagd. Der Jäger nimmt Position auf einem Hochsitz, einem Drückjagdbock oder einem Bodensitz ein und wartet, bis Wild in die Schussdistanz tritt. Diese Methode entspricht dem heutigen waidgerechten Verständnis besonders gut: kontrollierte Schussabgabe, sichere Kugelfanglage und maximale Wildbeobachtung vor dem Schuss.

Ablauf einer typischen Sitzung

Beziehen des Standes erfolgt etwa 60 bis 90 Minuten vor Ende der Dämmerung. Ein leiser, indirekter Anmarsch über Pirschwege oder befestigte Anfahrten reduziert die Störung. Der Jäger wartet anschließend ruhig, beobachtet mit dem Glas und prüft jedes wechselnde Stück auf Geschlecht, Altersklasse und Abschussfreigabe. Die Streckenliste wird sofort nach dem Schuss geführt – wer eine PWA wie Waidwart nutzt, dokumentiert Erlegungsort per GPS und Foto bereits aus dem Hochsitz heraus.

Wildarten und beste Tageszeit

Reh- und Rotwild sind klassische Ansitzwildarten mit Schwerpunkt morgens und abends. Schwarzwild wird oft am Kirrplatz oder Mais beobachtet – hier verschiebt sich die Aktivität in die Nacht. Bei Bewegungsruhe (Vollmond, Hochdruckwetter) lohnen sich auch Mittagsansitze auf Schwarzwild. Auf Damwild und Muffel ist der Ansitz an Wechseln in offenen Reviervorderhängen besonders erfolgreich.

Vorteile gegenüber anderen Methoden

Geringer Stördruck im Revier, hohe Selektionsmöglichkeit (Wahlabschuss), sichere Schusswinkel auf Bodenkugelfang. Die Ansitzjagd erlaubt auch unerfahrenen Jungjägern eine kontrollierte Schussabgabe, ist witterungsunabhängig und schont das Revier nachhaltig. Aus Sicht der Compliance erleichtert sie die saubere Dokumentation: ein Stück pro Sitzung, klare Erlegungszeit, exakter Ort.