- Wildarten
- Fuchs, Dachs (regional), Marderhund, Waschbär
- Saison
- Hauptsaison Dezember bis Februar; in Deutschland nicht während der Aufzucht.
- Ausruestung & Praxistipp
- Erdhund (Dackel/Teckel oder Deutscher Jagdterrier), Bauklingen, Bauspaten, Lederhandschuhe, Erste-Hilfe-Set für den Hund. GPS-Halsband mit Sender ist heute Standard.
Die Bauenjagd – auch Erdjagd oder Sprengjagd genannt – ist die Bejagung von Fuchs, Dachs (regional), Marderhund und Waschbär am Bau mit einem speziell geführten Erdhund. Sie ist eine der ältesten dokumentierten Jagdformen im deutschsprachigen Raum und unterliegt heute strengen tierschutzrechtlichen Vorgaben.
Erdhund und seine Aufgabe
Der Erdhund (klassisch: Dackel, Deutscher Jagdterrier, Jack Russell, Foxterrier) sprengt das Wild aus dem Bau. Er soll verbellen, also dauerhaft Druck ausüben, ohne anzugreifen. Sobald das Wild den Bau verlässt, schießt der Jäger am Schliefloch. In modernen Hundezuchten sind hartes Anpacken bewusst weggezüchtet, weil es den Hund unverhältnismäßig gefährdet und tierschutzrechtlich nicht mehr akzeptiert wird.
Tierschutz und Gesetzeslage
In Deutschland ist die Bauenjagd auf Dachs und Fuchs an strenge Vorgaben gebunden: keine Jagd zur Aufzuchtzeit, ausreichend ausgebildeter Hund (Bauarbeitsprüfung), keine Sprengung mit Spaten außerhalb klarer Notwendigkeit. In der Schweiz und Teilen Österreichs ist die Dachsbauenjagd verboten oder stark eingeschränkt. Vor jeder Bauenjagd ist ein Blick ins jeweilige Landesjagdgesetz Pflicht.
Bedeutung im Prädatorenmanagement
Die Bauenjagd trägt dort, wo sie zulässig ist, zur Niederwildhege bei. Insbesondere in Naturschutzgebieten mit Wiesenbrüterprojekten ist die Reduktion des Prädatoreneinflusses ein anerkanntes Ziel. Eine sauber dokumentierte Strecke (Wildart, Geschlecht, Lebendgewicht, Bauort per GPS) ist auch hier Pflicht und liefert wertvolle Daten für das Hegewerk.