Jagdart

Pirsch

Aktive Einzeljagd – der Jäger sucht das Wild zu Fuß, mit Wind und Deckung als Verbündete.

Wildarten
Reh, Gams, Steinbock, Murmel, Rotwild
Saison
Hauptpirschzeit Mai bis September; in den Alpen Hochpirsch ab Juli.
Ausruestung & Praxistipp
Gummisohlen oder Filzsocken-Überzieher, leichtes Glas (8x32), Büchse mit kurzer, schwingungsarmer Lauflange, faltbarer Zielstock. Bei Bergpirsch zusätzlich Stutzen, Steigeisen und Wildtragehilfe.

Die Pirsch gilt als königliche Form der Einzeljagd. Der Jäger bewegt sich aktiv zu Fuß durch das Revier, sucht das Wild auf und versucht, sich auf Schussdistanz heranzuarbeiten. Das setzt sehr gute Reviergebietskenntnis, Wildkenntnis und ein hohes Mass an Disziplin voraus. Wer pirscht, bewegt sich gegen den Wind, nutzt Deckung, Schatten und natürliche Gerausche und schießt nur dann, wenn Kugelfang, Anschlag und Schusswinkel passen.

Wind, Sonne, Bodenbeschaffenheit

Der Wind ist der wichtigste Verbündete des Pirschjägers – kein anderer Sinn warnt das Wild zuverlässiger als die Witterung. Pirsche werden deshalb stets so gewählt, dass der Wind ins Gesicht des Jägers steht. Knackender Frostboden, raschelnde Buchenblätter im Herbst oder trockene Fichtennadeln im Sommer machen die Pirsch nahezu unmöglich. Ideal sind weicher Waldboden nach Regen oder frühmorgens noch tauiger Bestand.

Wildarten und Saison

Klassisch wird auf Rehböcke gepirscht – die Bockjagd zwischen Mai und Mitte Oktober ist die Hochzeit der Pirsch in deutschen Mittelgebirgen. In den Alpen folgen Hochpirsche auf Gams, Steinbock und Murmel ab Juli, wobei hier kondititionelle Anforderungen über die rein jägerischen hinauswachsen. Auf Rotwild wird in offenen Schlägen oder während der Brunft im September aktiv gepirscht – hier helfen Rufjagd und Pirsch oft Hand in Hand.

Sicherheit und Waidgerechtigkeit

Pirschjäger schießen grundsätzlich aus Anschlag mit Zielstock oder gegen einen Baum gestützt – Freihandschüsse sind nur in absoluten Ausnahmesituationen vertretbar. Der Schuss erfolgt nur, wenn das Stück steht, ein sicherer Kugelfang vorliegt und die Identifikation eindeutig ist. Eine sofortige Abschussmeldung samt GPS-Position der Erlegung ist auch hier rechtlich erforderlich.