Jagdart

Lockjagd

Jagd mit akustischen oder optischen Lockmitteln – Blattzeit, Hirschbrunft, Fuchslockjagd, Krickentenflug.

Wildarten
Rehbock, Hirsch, Fuchs, Krickente, Krammetsvogel-Prädatoren
Saison
Blattzeit Ende Juli bis Mitte August; Hirschbrunft Mitte September bis Anfang Oktober; Fuchslockjagd ganzjährig.
Ausruestung & Praxistipp
Reh-Blatter (Buttolo, Hubertus), Hirschruf-Trompete oder Muschel, Fuchslocker (Hasenklage), gut sitzender Tarnanzug, ggfs. Flachland-Pirschstuhl, ausreichend Wartezeit einplanen.

Die Lockjagd nutzt das natürliche Verhalten des Wildes gegen das Wild selbst – akustische, olfaktorische oder optische Reize ziehen das Tier in die Schussdistanz. Klassische Beispiele sind die Blattzeit auf Rehböcke (Imitation der Geiß), die Hirschbrunft mit Röhrtrompete und die Fuchslockjagd mit der Hasenklage.

Blattzeit – die hohe Schule

Ende Juli bis Mitte August suchen brunftige Geißen den Bock. Mit dem Blatter (z.B. Buttolo) ahmt der Jäger den Sprengfiep, das Suchgesplitt oder das Geschrei einer Geiß nach. Erfahrene Böcke kommen oft direkt – junge Böcke vorsichtiger. Falsch geblattet bedeutet einen Bock, der das Revier dauerhaft meidet. Geduld, Wind und das richtige Mass sind entscheidend.

Hirschbrunft

Mitte September bis Anfang Oktober röhren Hirsche um Geißen. Mit Trompete, Muschel oder einfach der Stimme reagieren Beihirsche und Platzhirsche unterschiedlich. Die Lockjagd auf Hirsche ist physisch fordernd – oft im Hochgebirge, oft im Morgennebel auf 1.500 Metern. Wer einmal einen einreagierenden Platzhirsch erlebt hat, vergisst die Szenerie nicht.

Fuchslockjagd – Prädatorenmanagement

Die Hasenklage imitiert einen verletzten Hasen und lockt Füchse, gelegentlich auch Marderhund und Waschbär. Sie ist ein wichtiges Werkzeug der Niederwildhege und ganzjährig möglich, da der Fuchs in vielen Bundesländern keine Schonzeit hat. Beste Bedingungen: kalte, windstille Nächte mit Schnee. Für den Schuss empfiehlt sich ein gutes Dämmerungsglas oder ein Wärmebildvorsatz – Letzteres nur dort einsetzen, wo der Bundeslandgesetzgeber dies zulässt.