- Wildarten
- Schwarzwild, Reh, Rotwild, Damwild, Fuchs
- Saison
- Hauptzeit November bis Januar; in vielen Bundesländern Schonzeitaufhebungen.
- Ausruestung & Praxistipp
- Drückjagdwaffe mit kurzem Lauf, Leuchtpunktvisier oder Zielfernrohr 1–6x24, Signalfarbe (orange Hut/Weste), feste Stockhalterung am Drückjagdbock, geladenes Magazin, sichere Patronenführung.
Die Drückjagd ist die wichtigste Form der Bewegungsjagd in den deutschsprachigen Ländern. Anders als bei der Treibjagd bewegen sich vergleichsweise wenige Hunde und Treiber langsam und gezielt durch den Bestand. Das Wild wird dadurch nicht in Panik versetzt, sondern gedrückt – es zieht in moderatem Tempo an die Schützenstände. Diese Form der Jagd ist effizient, tierschutzgerecht und in vielen Hochwildrevieren die einzige Möglichkeit, den Abschussplan in einem überschaubaren Zeitfenster zu erfüllen.
Vorbereitung und Organisation
Die Jagdleitung markiert Standorte, definiert Schussfelder, prüft Kugelfang und stellt Schützen ein. Eine vollständige Sicherheitsbelehrung ist Pflicht. Hundeführer (Bracken, Wachtel, Jagdterrier) bringen ihre Hunde gegen den Wind in den Bestand. Eine moderne Drückjagd nutzt digitale Standkarten, GPS-Tracking der Hunde und Streckenlisten in Echtzeit – Waidwart liefert genau dafür die Drückjagd-Routen mit Teilnehmer- und Streckenmanagement.
Sicherheit als oberstes Gebot
Auf jeder Drückjagd gilt: Signalfarben tragen, nur stehendes Wild erlegen, niemals waagerecht oder in den Treiben schießen. Drückjagdböcke mit fester Schießstütze sind Standard. Jeder Schuss erfordert sichere Kugelfanglage – möglichst auf den Erdboden gerichtet, niemals auf Pirschwegniveau auf flachem Gelände.
Nachsuche-Bereitschaft
Drückjagden produzieren überproportional viele Nachsuchen. Vor jeder Drückjagd sollte mindestens ein zertifizierter Schweißhundeführer eingeplant sein. Anschüsse werden mit Bruch, Foto und GPS-Punkt sofort dokumentiert, damit der Hundeführer die Arbeit am nächsten Morgen korrekt aufnehmen kann.