Aufbrechen Schwarzwild mit Trichinenprobe
Schwarzwild · Mittel · 35 Minuten
Zutaten
- Stabiles Aufbruchmesser mit Säge (Combomesser)
- Latex- oder Nitrilhandschuhe (doppellagig)
- Probebehälter für Trichinenprobe (vom Veterinäramt)
- Wildmarken / Wildursprungsschein
- Spange / Kabelbinder zum Verschluss von Mastdarm
- Zellstoff zum Auswischen
Zubereitung
Vorbemerkung — Trichinenprobe ist Pflicht
Schwarzwild ist trichinenpflichtig. Ohne negativen Befund darf das Wildbret nicht in den Verkehr — auch nicht im Eigenverbrauch ist die Probe dringend empfohlen. Probennummer in Waidwart eintragen, Probebehälter beschriften.
1. Probennahme zuerst
Vor dem Aufbrechen 30 g Muskelfleisch aus Zwerchfellpfeiler, Zungenmuskulatur oder Unterarm entnehmen, in den Probebehälter geben und mit Wildmarkennummer beschriften.
2. Aufbrechen
Stück auf die rechte Seite legen. Mit Combomesser Brustbein durchtrennen — bei starken Keilern ist die Säge nötig. Bauchdecke vorsichtig öffnen, Därme nicht verletzen.
3. After verschließen
Ringschnitt um After, Mastdarm mit Kabelbinder oder Spange verschließen — Schwarzwild riecht intensiver, Verunreinigungen unbedingt vermeiden.
4. Innereien und Beschau
Leber, Nieren und Lymphknoten auf Veränderungen prüfen (insbesondere bei ASP-Verdacht: dunkle Verfärbungen, Blutungen, Milzschwellung). Auffälligkeiten dem Veterinäramt melden.
5. Auskühlen
Stück hängend in Kühlhaus bringen, ideal 2 bis 4 Grad Celsius. Wildursprungsschein und Trichinenproben-Nr. in Streckenliste eintragen.
Tipps aus der Praxis
Bei ASP-Restriktionsgebieten gelten besondere Beprobungsregeln (zusätzlich Tupferprobe oder Vollblut). In Waidwart die ASP-Probe als eigenen Datensatz erfassen. Doppellagige Handschuhe schützen vor Bakterien und ASP-Virus.