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Steinbock-Jagd in den Alpen: AT und CH im Vergleich

Der Alpensteinbock ist streng geschützt und nur kontingentiert bejagbar — Österreich und die Schweiz haben unterschiedliche Systeme mit Stammbüchern und Quoten.

12.06.2026 · Waidwart Redaktion

Der Alpensteinbock (Capra ibex ibex)

Der Alpensteinbock war im 19. Jahrhundert in Europa nahezu ausgerottet. Nur wenige Tiere überlebten im Gran Paradiso (Italien). Dank konsequenter Schutzmaßnahmen und Wiederansiedlungsprogrammen hat sich der Steinbock in den Alpen erholt — auf heute rund 50.000 Tiere. Die Jagd auf Steinböcke ist deshalb besonders reguliert und mit großer Verantwortung verbunden.

Das österreichische Quotensystem

In Österreich wird die Steinbock-Jagd zentral durch die jeweiligen Landesbehörden kontrolliert. Die jährliche Quote wird von der Landesbehörde in Abstimmung mit dem Wildtiermanagement festgelegt und auf die einzelnen Reviere verteilt. Das Verfahren:

  • Antrag — Revierinhaber beantragt einen Steinbock-Abschuss
  • Begutachtung — kantonale Wildtierexperten beurteilen den Bestandszustand der lokalen Kolonie
  • Quotenzuteilung — Abschussgenehmigung für ein bestimmtes Stück (oft nach Alter und Geschlecht spezifiziert)
  • Kontrollmarke — nach Erlegung sofortige Meldung und Ausgabe der Kontrollmarke
  • Stammbuch-Eintrag — biometrische Daten und Trophäenmaße werden zentral erfasst

Das Schweizer Stammbuch-System

Die Schweiz führt ein nationales Steinbock-Stammbuch, in dem jeder je in der Schweiz erlegte oder tot aufgefundene Steinbock erfasst ist. Das System existiert seit den 1970er Jahren und ist eine einmalige Datensammlung zur Populationsgenetik und -dynamik. Pro Jahr werden rund 600–700 Steinböcke in der Schweiz erlegt (ca. 1–2% des Bestands).

Unterschiede AT vs. CH

  • Bestand: Schweiz ~20.000, Österreich ~15.000 Tiere
  • Jagdquote: Schweiz ca. 700/Jahr, Österreich ca. 300/Jahr
  • Stammbuch: Schweiz nationales System, Österreich landesspezifisch
  • Bewerbungsverfahren: CH oft via Kanton, AT via Revierinhaber/Landesbehörde
  • Trophäenbewertung: Beide CIC-basiert, in Österreich Pflicht

Biometrische Daten und Dokumentation

Bei jedem erlegten Steinbock werden umfangreiche biometrische Daten erfasst:

  • Körpergewicht (Aufbruchgewicht)
  • Hornlänge (beide Seiten), Hornumfang
  • Zahnalter (mikroskopische Altersbestimmung möglich)
  • Geschlecht, Altersklasse
  • GPS-Koordinaten des Erlegungsortes
  • Foto-Dokumentation