Jagdhund

Welche Rasse, Brauchbarkeitsprüfung und ab wann ein Hund jagdtauglich ist.

Für Anfänger im Jagdhundewesen eignen sich vielseitige, führige und nervenstabile Rassen. Beliebte Empfehlungen sind Deutsch-Drahthaar, Deutsch-Kurzhaar, Magyar Vizsla, Kleiner Münsterländer und Weimaraner — allesamt vielseitige Vorstehhunde, die sich für Buchwild und Federwild gleichermaßen eignen, gut zu führen sind und in vielen Landesjagdverbänden geführt werden. Wer Schweißarbeit (Nachsuche) im Vordergrund sieht, kann mit Bayerischem Gebirgsschweißhund oder Hannoverschem Schweißhund einsteigen — diese sind allerdings spezialisierter und benötigen erfahrenen Führer. Für reine Stöber- und Apportierarbeit eignen sich Labrador und Golden Retriever, die freundliches Wesen und gutes Lernvermögen mitbringen. Wichtige Auswahlkriterien: Eignung für das vorgesehene Revier (Niederwild- oder Hochwildrevier), Lebenssituation (Familie, Garten, Zeit für tägliche Beschäftigung), Ausstellungs- und Prüfungswesen des Zuchtverbandes, Welpenpreis (typisch 1.200 bis 2.500 Euro vom seriösen Züchter mit JGHV-Anschluss). Kein Welpe ohne Zuchtbuch und Gesundheitszertifikat (HD/ED, Augen). Vor dem Welpenkauf eine Prüfung wie BHP (Brauchbarkeitsprüfung) oder VJP (Verbandsjugendprüfung) bei Vereinsmitgliedern hospitieren.

Die Brauchbarkeitsprüfung (BHP) ist eine landesrechtlich geregelte Prüfung, die in den meisten Bundesländern Voraussetzung für den Einsatz eines Jagdhundes bei der Jagd ist — insbesondere bei Drück- und Drückjagden, der Nachsuche auf Schalenwild und der Wasserwildjagd. Rechtsgrundlage sind die Landesjagdgesetze und ihre Durchführungsverordnungen, die Prüfungen werden vom Landesjagdverband oder den Jagdgebrauchshund-Verbänden (z. B. JGHV-Vereine wie Verein Deutsch-Drahthaar) abgenommen. Pflichtfächer umfassen je nach Bundesland: Schussfestigkeit, Gehorsam (Leinenführigkeit, Ablegen, Apportieren), Wasserarbeit (Stöbern, Apportieren aus Wasser), Stöbern in der Dickung, Schweißarbeit auf einer mindestens 600 m langen, künstlich angelegten Schweißfährte (Übernachtfährte). Eigene Prüfungsformen gibt es für Niederwildrevier-Hunde (Verbandsgebrauchsprüfung VGP, Herbstzuchtprüfung HZP) und Hochwildrevier-Spezialisten (Verbandsschweißprüfung VSwP). Wer ohne brauchbarkeitsgeprüf­ten Hund jagt, riskiert ein Bußgeld. Die Prüfung wird typisch im Alter von 18 bis 24 Monaten abgelegt, nach intensiver Vorbereitung in einer Hundeschule oder mit erfahrenem Ausbilder. Prüfungsgebühren liegen bei 50 bis 200 Euro.

Ein Hund gilt als jagdtauglich, wenn er die landesrechtlich vorgeschriebene Brauchbarkeitsprüfung (BHP) oder eine gleichwertige Prüfung bestanden hat und vom Wesen sowie körperlich der Jagdarbeit gewachsen ist. Das geschieht typischerweise zwischen dem 18. und 30. Lebensmonat. Davor sollten Junghunde stufenweise auf die Jagdarbeit vorbereitet werden — beginnend mit Grundgehorsam (Sitz, Platz, Hier, Leinenführigkeit) ab dem 4. Monat, über Apportieren, Schussgewöhnung und erste Wasserarbeit ab dem 6. bis 8. Monat. Erste Prüfungen wie Verbandsjugendprüfung (VJP) im Frühjahr nach dem ersten Winter testen Anlagen wie Spurarbeit, Vorstehen, Stöbern. Die Herbstzuchtprüfung (HZP) folgt im Herbst des ersten Lebensjahres und prüft bereits ausgebildete Fähigkeiten. Die Brauchbarkeitsprüfung schließt die Ausbildung ab. Wichtig ist die individuelle Reife: Manche Hunde brauchen länger, manche sind früh ruhig und arbeitsfreudig. Röntgenuntersuchung auf Hüftgelenksdysplasie (HD) und Ellbogendysplasie (ED) sollte vor intensiver jagdlicher Belastung im Alter von 12 bis 18 Monaten erfolgen. Auch der Führer muss bereit sein — Konsequenz, Geduld und sicheres Handling entscheiden ebenso wie Veranlagung des Hundes.