Hochsitz an einer Waldlichtung im Morgennebel

Ein Jagdjahr

Ein Jagdjahr in Waadt

Zwölf Monate, 4 Stationen, 7 Pflichtangaben je Stück. Einmal ohne Papier.

Station 01

1. April

Das Jagdjahr fängt an

Max jagt seit elf Jahren in Waadt. Am 1. April beginnt das Jagdjahr von vorn, und mit ihm die Rechenschaft: Was gefallen ist, ist abgeschlossen. Was jetzt kommt, gehört in eine neue Strecke. Der Abschussplan dafür hat seine eigene Frist, und die liegt vor dem Jahr, nicht darin.

Aus der Konfiguration für Waadt

Der Plan liegt in Waidwart, nicht in einem Ordner. Jeder Eintrag zählt von selbst dagegen — Max sieht das ganze Jahr über, wo er steht, statt es im Frühjahr zusammenzurechnen.

Station 02

Das erste Stück

7 Angaben, die niemand gern macht

Ein Ansitz am frühen Morgen, ein Stück Schalenwild. Bis hierher ist alles wie immer — danach fängt die Arbeit an, die niemand gern macht. Waadt verlangt zu diesem einen Stück 7 Angaben, und für den Eintrag läuft eine Frist. Fehlt eine davon, fällt es meist erst bei der Meldung auf. Dann ist die Frist längst vorbei.

Aus der Konfiguration für Waadt

Max trägt es am Hochsitz ein, ohne Netz. Die Altersklasse schlägt Waidwart aus der Liste vor, die für Waadt hinterlegt ist — nicht aus dem Gedächtnis und nicht in drei Schreibweisen.

Station 03

31. März

Die Streckenmeldung

Das Jagdjahr ist zu Ende. Ein Jahr Arbeit geht auf wenigen Seiten an die zuständige Behörde. Wer die Strecke dafür aus einem nachträglich korrigierten Streckenbuch abschreibt, trägt jeden Fehler des Jahres mit hinein — und merkt es nicht, weil die Zahlen ja zueinander passen.

Aus der Konfiguration für Waadt

Die Meldung entsteht aus dem, was über das Jahr erfasst wurde — vollständig und mit allen Angaben, die Waadt verlangt. Kein Abschreiben, keine zweite Zahlenreihe.

Station 04

Und was nicht

Wofür Waidwart nicht geradesteht

Ein Satz, den kein Prospekt gern schreibt, der aber am Ende zählt: Die Verantwortung bleibt beim Jäger. Waidwart meldet nicht für Max und entscheidet nichts an seiner Stelle.

Was Waidwart zusagt: dass nichts fehlt und keine Frist unbemerkt verstreicht. Ob ein Stück zum Abschussplan passt und ob die Angaben stimmen, entscheidet und verantwortet der Jäger.