Hochsitz an einer Waldlichtung im Morgennebel

Ein Jagdjahr

Ein Jagdjahr in Steiermark

Zwölf Monate, 8 Stationen, 10 Pflichtangaben je Stück. Einmal ohne Papier.

Station 01

1. April

Das Jagdjahr fängt an

Max jagt seit elf Jahren in Steiermark. Am 1. April beginnt das Jagdjahr von vorn, und mit ihm die Rechenschaft: Was gefallen ist, ist abgeschlossen. Was jetzt kommt, gehört in eine neue Strecke. Der Abschussplan dafür hat seine eigene Frist, und die liegt vor dem Jahr, nicht darin.

Aus der Konfiguration für Steiermark

Der Plan liegt in Waidwart, nicht in einem Ordner. Jeder Eintrag zählt von selbst dagegen — Max sieht das ganze Jahr über, wo er steht, statt es im Frühjahr zusammenzurechnen.

Station 02

Das erste Stück

10 Angaben, die niemand gern macht

Ein Ansitz am frühen Morgen, ein Stück Schalenwild. Bis hierher ist alles wie immer — danach fängt die Arbeit an, die niemand gern macht. Steiermark verlangt zu diesem einen Stück 10 Angaben, und für den Eintrag läuft eine Frist. Fehlt eine davon, fällt es meist erst bei der Meldung auf. Dann ist die Frist längst vorbei.

Aus der Konfiguration für Steiermark

Max trägt es am Hochsitz ein, ohne Netz. Die Altersklasse schlägt Waidwart aus der Liste vor, die für Steiermark hinterlegt ist — nicht aus dem Gedächtnis und nicht in drei Schreibweisen.

Station 03

Sommer

Der Mais ist umgelegt

Ein Landwirt ruft an: Schwarzwild im Mais. Max fährt raus, sieht sich die Fläche an, fotografiert. Daraus wird eine Forderung — und Forderungen brauchen Belege, aufgenommen, solange der Schaden zu sehen ist.

Foto mit Koordinaten, Fläche und Datum, aufgenommen am Schadensort. Nicht abends aus dem Gedächtnis rekonstruiert.

Station 04

Herbst

Zwölf Stück an einem Tag

Ein Tag, an dem zwölf Stück auf der Strecke liegen. Auf Papier heißt das: abends das Streckenbuch, dann die Ursprungsnachweise, dann die Meldung — dieselben Zahlen dreimal, und beim dritten Mal dreht sich eine Ziffer um. Zwölf Stück mal 10 Pflichtangaben sind 120 Einzelangaben an einem Abend, nach einem Tag im Wald.

Aus der Konfiguration für Steiermark

Erfassen, „Speichern und nächster", weiter. Datum und Jagdart bleiben stehen, die Wildart kommt aus dem letzten Eintrag desselben Tages. Keine Angabe zweimal.

Station 05

November

Die Probe entscheidet

Ohne Trichinenbefund geht kein Kilo Wildbret aus dem Kühlhaus. Der Abnehmer fragt am Freitag, der Befund kommt am Montag. Dazwischen hängt alles an einer Nummer.

Die Probe entsteht am Streckeneintrag. Nummer und Entnahmezeitpunkt übernimmt Waidwart, der Wildursprungsschein zieht dieselbe Nummer — keine abgeschriebene.

Station 06

Winter

Ein Fund am Bach

In der Zeitung steht ASP, zwei Kreise weiter. Vierzehn Tage später liegt ein verendetes Stück am Bach. Jetzt zählt, wie schnell die Meldung rausgeht und wie genau der Fundort ist. „Am Bach hinter der Kanzel" ist kein Fundort. Eine Koordinate ist einer.

Fundort mit GPS, Foto und Zeitpunkt in einem Vorgang — bevor Max wieder im Auto sitzt.

Station 07

31. März

Die Streckenmeldung

Das Jagdjahr ist zu Ende. Ein Jahr Arbeit geht auf wenigen Seiten an die zuständige Behörde. Wer die Strecke dafür aus einem nachträglich korrigierten Streckenbuch abschreibt, trägt jeden Fehler des Jahres mit hinein — und merkt es nicht, weil die Zahlen ja zueinander passen.

Aus der Konfiguration für Steiermark

Die Meldung entsteht aus dem, was über das Jahr erfasst wurde — vollständig und mit allen Angaben, die Steiermark verlangt. Kein Abschreiben, keine zweite Zahlenreihe.

Station 08

Und was nicht

Wofür Waidwart nicht geradesteht

Ein Satz, den kein Prospekt gern schreibt, der aber am Ende zählt: Die Verantwortung bleibt beim Jäger. Waidwart meldet nicht für Max und entscheidet nichts an seiner Stelle.

Was Waidwart zusagt: dass nichts fehlt und keine Frist unbemerkt verstreicht. Ob ein Stück zum Abschussplan passt und ob die Angaben stimmen, entscheidet und verantwortet der Jäger.