Streckenliste digital — Hessen
Hessen setzt auf ein konservatives, papierbasiertes System mit starker Hegering-Tradition — und hat im Süden mit ASP-Zonen zu kämpfen.
09.05.2026 · Waidwart Redaktion
Konservatives Meldesystem
Hessen gehört zu den deutschen Bundesländern, die bei der Jagddokumentation noch stark auf traditionelle Papierformulare setzen. Die Streckenerfassung und -meldung erfolgt über die unteren Jagdbehörden (Landkreise und kreisfreie Städte) — eine zentrale digitale Plattform wie in Bayern oder Baden-Württemberg gibt es bisher nicht. Die Meldung erfolgt jährlich nach dem Ende des Jagdjahres (31. März).
Trophäenschau und Hegering-Tradition
Hessen hat eine starke Hegering-Tradition. Trophäenschauen sind fest im jagdlichen Vereinsleben verankert und finden in vielen Hegeringen jährlich statt. Für Rotwild, Damwild und Rehböcke werden die Trophäen nach CIC-Formeln bewertet. Die Ergebnisse fließen in die Wildbestandsbeurteilung ein, sind aber in Hessen — anders als in der Steiermark oder Niederösterreich — nicht gesetzlich vorgeschrieben.
ASP-Zonen im Süden
Im Süden Hessens (Landkreis Groß-Gerau, Darmstadt-Dieburg, Odenwaldkreis) gibt es seit 2025 ASP-Überwachungszonen. Für Jäger in diesen Gebieten gelten verschärfte Dokumentationspflichten:
- Jedes erlegte Schwarzwild muss beprobt werden
- GPS-Koordinaten des Fundortes sind Pflicht
- Ergebnisse sind zeitnah zu melden
- Fahrzeuge und Ausrüstung sind nach Einsatz in Sperrzonen zu desinfizieren
Planpflichtige Wildarten in Hessen
- Rotwild — planpflichtig
- Damwild — planpflichtig
- Rehwild — planpflichtig
- Muffelwild — planpflichtig
- Schwarzwild — planfrei
Besonderheit: Rothaar und Taunus
Hessen hat bedeutende Rotwild-Vorkommen im Rothaargebirge (Hochsauerlandgrenze) und im Taunus. Für diese Reviere gelten besondere Hegevorschriften, und die Abschussplanung wird in Rotwildbewirtschaftungsgebieten koordiniert.
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